Fraeuleinchen vegan – ohne tierische Produkte durch den Februar

Mit dem Jahresbeginn ist es für viele Gewohnheit nicht nur Vorsätze zu machen, sondern auch noch mal die eigene Ernährung zu überdenken oder gar zu ändern. Bei den meisten geht es wohl darum, den Weihnachtsbraten wieder abzutrainieren und den sogenannten Beach Body zu bekommen. Wir sind ja für gewöhnlich bekannt, auch sehr gerne mal Fleisch oder Fisch zu essen, dennoch haben wir in letzter Zeit verstärkt darüber nachgedacht, wie es wäre sich komplett vegan zu ernähren. Daher wird der Februar jetzt quasi zum Vebruar und wir wollen uns intensiv mit der veganen Ernährung auseinandersetzen. Was bedeutet das im Alltag? Verändert sich unser Körper und die Haut? Haben wir Heißhunger und vermissen wir Fleisch, Fisch, Käse und sonstige tierische Produkte? Wir werden euch vegane Rezepte präsentieren und mit verschiedenen Personen über Veganismus sprechen, sowie natürlich das ein oder andere vegane Restaurant testen. Doch was denken wir jetzt zum Start über unseren Aktionsmonat?

UNSERE MOTIVATION

Rebecca: Fleisch, Fisch oder Milchprodukte gehören und gehörten für mich eigentlich immer zu einer kompletten Mahlzeit und vor allem zu einem mehrgängigen Dinner. Ich habe immer Eier und Käse im Haushalt und finde man kann nahezu jedes Gericht mit einem Ei aufpimpen, denn das Beste ist doch, wenn das Eigelb dann noch flüssig ist. Mich vegan zu ernähren ist schon länger ein größerer Wunsch. Bei meinen privaten Wocheneinkäufen waren Fleisch und Fisch in den vergangenen Monaten bereits eine Seltenheit und nur für unser Sonntagsgericht habe ich dann gelegentlich Fleisch gekauft und dies als besondere Mahlzeit zelebriert. Jetzt mit meiner Fruktosemalabsorption wurde ich quasi erneut gezwungen darüber nachzudenken, was ich esse und zu mir nehme und vor allem was meine Ernährung für Auswirkungen auf meinen Körper und Wohlbefinden hat. Zusätzlich gibt es immer mehr Dokumentationen, die die vegane Lebensweise schildern oder aufklären wie Lebensmittel, egal ob tierisch oder nicht tierisch, produziert werden. Sie haben den Prozess des Zweifelns stark angeregt, denn schließlich denke ich nicht nur an mich, sondern auch meine Umwelt. Will ich doch in einer Welt leben, die nachhaltig mit ihren Ressourcen umgeht. Also muss ich bei mir selber anfangen und meinen kleinen Beitrag dazu leisten. Doch alleine eine Umstellung zu vollziehen, schien mir sehr schwer und der richtige Startschuss war nicht gegeben. Umso schöner, dass wir als Fraeuleinchen das jetzt gemeinsam angehen und uns so auch gegenseitig unterstützen können.

Su: Wer mich kennt, weiß dass ich Fleisch und Fischgerichte liieebe. Ganz zu Schweigen von Käse und Jogurt. Wenn zwei Dinge in meinem Kühlschrank nicht fehlen dürfen, dann sind es Käse und Jogurt. Doch seit längerem treibt mich der Gedanke um, dass ich für die Umwelt und meine Gesundheit meinen Fleischkonsum ein wenig einschränken sollte. Wer sich mit dem Thema Veganismus ein wenig beschäftigt, findet schnell heraus, dass unsere schöne Erde leider nicht genug Ressourcen hat, um jeden ihrer Bewohner täglich mit Fisch und Fleisch zu versorgen. Bisher konnte ich mich aber nie so richtig dazu bringen, im Restaurant die vegetarische Alternative zu bestellen oder auf den Bacon beim Brunch zu verzichten.

Bis ich kurz vor dem letzten Weihnachtsfest einen Aha-Moment hatte, als ich in Düsseldorf über den Markt ging, um die Weihnachtsente für meine Familie zu kaufen. Zum allerersten Mal, wurde mir so richtig bewusst, dass all die Tiere, die in den vielen verschiedenen Kühltheken der Marktstände liegen und nicht verkauft werden (was sicherlich jeden Tag eine riesen Menge ist) einfach weggeworfen werden. So viel Tod, komplett für die Tonne. Wie crazy! Natürlich wusste ich das auch vorher schon, aber auf einmal war es mir nicht mehr egal. Das war der letzte Tritt, den ich brauchte, um mich endgültig dazu zu entschließen, zumindest den Versuch zu wagen, meine Ernährung umzustellen.

WÜNSCHE UND ZIELE

Rebecca: Von einem veganen Monat erwarte ich, dass ich mich noch viel intensiver mit Veganismus, Ersatzprodukten und der Landwirtschaft auseinandersetze und dies nicht nur so nebenbei konsumiere, sondern auch bewusster esse und lebe. Aus diesem Grund habe ich mir auch das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer gekauft und hörte, dass man nach Lesens des Buches auf jeden Fall die vegane Ernährung bevorzugen würde. Ich bin gespannt, ob dies eintreten wird. Ich würde mir auch wünschen, zeigen zu können, dass eine tierproduktfreie Ernährung nicht zwingend teuer sein muss und wie wir mit einfachen Mitteln und Ideen dazu beitragen können, dass immer mehr zumindest darüber nachdenken, Fleisch und Milch aus ihrem Alltag zu streichen und wenn dann überhaupt nur als besondere Zutat ansehen und wertschätzen können.

Su: Von unserem veganen Monat verspreche ich mir, dass ich durch den radikalen Verzicht mehr alternative Produkte entdecke, die mir den veganen Lebensstil vereinfachen könnten. Vielleicht merkt man mit den richtigen Produkten gar nicht, dass einem etwas geschmacklich fehlt? Oder vielleicht kann ich mir meinen Geschmack auch umgewöhnen? Mir ist bewusst geworden, dass sich die gesamte Industrie erst dann verändern wird, wenn sich das Konsumentenverhalten radikal ändert. Erst wenn weniger Fleisch nachgefragt wird, wird sich die Tierhaltung ändern. Erst wenn mehr vegane Lebensmittel verlangt werden, werden auch mehr produziert werden. An sich ist das eine ganz einfache Kette. Aber es muss halt auch das eine geschehen, damit das andere folgt. Und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass sich die Branche weiter bewegt. Vielleicht halte ich als ersten Schritt den einen Monat durch. Vielleicht schaffe ich es sogar darüber hinaus. Aber selbst wenn nicht, hat sich vielleicht mein Bewusstsein verändert und ich werde vom Fleischesser, der ab und zu etwas vegetarisches isst, zum Veganer, der sich ab und an einen Käsesnack gönnt.

BEFÜRCHTUNGEN

Rebecca: Ich hoffe sehr, dass ich mich nach dem Motto „happy gut, happy mind“ ernähren und trotz meiner Fruktosemalabsorption vielseitig und gesund essen kann. Einfach mal schnell Nudeln mit Gemüsesauce oder unterwegs ein Falafelsandwich sind nämlich bei mir nicht so einfach. Ich muss immer wieder nachschauen, welche Obst- und Gemüsesorten ich überhaupt essen kann. Als wir uns einen Monat nach Paleo ernährt haben, habe ich auch für meine Verhältnisse enorm abgenommen und hoffe sehr, dass mir dies im veganen Februar nicht passieren wird. Werde ich Heißhunger auf Fleisch und Fisch haben? Das ist eher keine Befürchtung, da ich schon jetzt sehr selten diese Gelüste verspüre. Am Ende des Monats sollte auf jeden Fall mein Geld nicht nur für Ersatzprodukte oder sonstige fancy vegane Lebensmittel drauf gegangen sein. Der Paleo-Monat war nämlich ein sehr kostenintensiver.

Su: Großartige Befürchtungen habe ich eigentlich gar nicht. Mir ist bei der veganen Ernährung nur wichtig, dass wir nicht nur darauf achten, dass wir auf tierische Produkte verzichten, sondern auch die Umwelt nicht außer Betracht lassen. Viele Ersatzprodukte bestehen aus alternativen Lebensmitteln, für deren Anbau oder Herstellung übermäßig viele Ressourcen aufgewendet werden müssen, wie Mandeln, Avocados, Cashewkerne etc. Der Verzicht auf das Eine sollte daher meiner Meinung nach keinen Überkonsum des Anderen zur Folge haben. Das erschwert unser Vorhaben wahrscheinlich nochmal um Einiges… Aber verhungern werde ich dadurch bestimmt nicht.

TAKTIKEN FÜR DEN ALLTAG

Rebecca: Ich werde definitiv Taktiken für den Alltag brauchen. Habe ich diese bereits parat? Nein und dabei geht’s schon los. Durch meine Fruktosemalabsorbtion sind Snacks wie Nüsse auch für mich nicht geeignet, da ich nur eine geringe Anzahl an Nüssen pro Tag zu mir nehmen kann und auch in den Apfel oder in die Birne werde ich eher nicht beißen können und meine geliebten getrockneten Früchte wie Feigen oder Datteln fallen sogar ganz weg. Daher werde ich mich am Wochenende erst mal mit verschieden Körnern eindecken und Energieriegel mit Reissirup herstellen. Ich bin aber auch generell keine große Snackerin, so dass mir das sicher nicht so schwer fällt durch den Tag zu kommen. Meine Devise wird wirklich sein, abends vorzukochen und so am nächsten Tag auch ein abwechslungsreiches Mittag zu haben, um nicht in die Bredouille zu kommen unterwegs auf etwas nicht veganes auszuweichen. Ich bin gespannt, ob ich meine Taktiken dann noch anpassen muss.

Su: Ich bin mir sicher, dass mir die Umstellung nicht leicht fallen wird. Aber um ihn mir zu vereinfachen, werde ich mich ausreichend mit leckerem Obst, Gemüse und Nüssen eindecken, sodass ich genug Snacks zum naschen habe. Ich werde mir tolle vegane Rezepte raussuchen, die hoffentlich so lecker sind, dass ich gar kein Fleisch oder Fisch vermisse. Ich werde mir einfache vegane Gerichte zu kochen angewöhnen, sodass ich auch wenn ich mal eben etwas kochen möchte, nicht vor der Herausforderung stehe, dass ich nicht weiß was ich machen soll. Ich werde die Menükarten meiner Stammrestaurants nach veganen Gerichten scannen und sie testen.

Wir werden euch berichten, wie es uns mit der Challenge ergeht!

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  1. Pingback: Sonntagsgericht: Vegane Thai Curry Suppe von Fraeuleinchen

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