Halbzeit im veganen Monat – wie klappt es mit der pflanzlichen Ernährung?

Pünktlich zum Valentinstag sind die ersten zwei Wochen unseres veganen Monats rum. Zeit um sich erneut genauer Gedanken zu machen und zu überprüfen wie es uns mit der rein pflanzlichen Ernährung geht.

Fraeuleinchen Su: Direkt am ersten Tag unseres veganen Monats ging es für mich nach München zu einer Abendveranstaltung mit Dinner. Im Hotel angekommen, wollten meine Freundin Janina und ich zum Italiener gegenüber, um eine Kleinigkeit zu essen. Auf der Karte befand sich allerdings nicht ein einziges veganes Gericht. Auf Nachfrage konnte mir der Kellner nur einen Beilagensalat anbieten, den ich als doppelte Portion bestellen musste, um einigermaßen davon satt zu werden. Natürlich hatte ich abends nicht viel weniger Hunger, hatte allerdings im Vorfeld nicht daran gedacht, dass das Event in unseren veganen Monat fallen würde. Neben dem normalen Menü wurde eine vegetarische Alternative angeboten. Eine vegane aber nicht. Daher musste ich mir aus den verschiedenen Gängen alles heraus picken, was nicht vegan war und wäre ohne das Brot wahrscheinlich ziemlich verhungert. Am nächsten Tag ging es für mich weiter nach Prag. Auch wahrscheinlich eine der denkbar ungünstigsten Städte, um eine Auszeit von allen tierischen Produkten zu nehmen. Es gab in der Stadt schon Restaurants und Cafés, die vegane Gerichte anbieten. Doch wenn man schon einmal in Prag ist, möchte man natürlich auch die einheimischen Klassiker genießen, die meist alles andere als vegan sind. Ich wollte durch unsere vegane Challenge jedoch nicht auch noch den Prag-Aufenthalt für meine Freunde kulinarisch mit vermiesen, sodass ich mich bei den typisch tschechischen Restaurantbesuchen wieder meist an Salate und Brot halten musste. Nach vier Tagen zurück in Berlin zu sein, fühlte sich dementsprechend an, wie ins Schlaraffenland zu kommen.

Sich in Berlin vegan zu ernähren fühlt sich kaum nach Verzicht an. In den meisten Restaurants findet man mindestens eine gute vegane Option und es gibt sogar genügend komplett vegane Restaurants, die wirklich leckere Gerichte anbieten. Wenn man außerdem selber kocht, ist es auch nicht schwierig, sich rein pflanzlich und dennoch ausgewogen und schmackhaft zu ernähren.

Körperlich habe ich mich in den ersten Tagen auch sehr wohl gefühlt. Dem Magen schien die Umstellung sehr gut zu tun. Doch nach einigen Tagen hatte ich mit starken Magenkrämpfen und Sodbrennen zu kämpfen, dessen Ursache ich nicht wirklich herausfinden konnte. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich mit zu großen Mengen an Kichererbsen und anderen Hülsenfrüchten, auf die man als Veganer gerne als Proteinquelle zurückgreift, nicht gut zurecht komme. Was mich nun vor die Herausforderung stellt, mir alternative Proteinquellen zu suchen. Habt ihr vielleicht gute Tipps?

Was mir an der veganen Ernährung gefällt, ist allerdings nicht nur das körperliche Gefühl, sondern das geistige Empfinden dabei. Ich hatte mich vor unserer Challenge mit der koreanischen Nonne Jeong Kwan (bekannt aus Chef’s Table), die sich seit sehr langer Zeit wegen ihres buddhistischen Glaubens rein pflanzlich ernährt, über den Veganismus ausgetauscht. Sie hatte mir von dem Frieden berichtet, den man verspürt, wenn man keiner anderen Seele durch seine Ernährungsweise Leid antut. Mittlerweile kann ich dieses Gefühl ganz gut nachempfinden.

Fraeuleinchen Rebecca: Anders als bei Su konnte ich ohne große Hürden in den Monat starten. Ich wusste, dass ich viel Zeit haben werde selber zu kochen und auch Events, bei denen es womöglich keine vegane Alternative geben würde, standen nicht an. Ich habe daher die letzten zwei Wochen sehr konsequent durchgezogen und kam nicht in Versuchung, hatte aber auch kein Verlangen nach Fleisch oder Fisch und selbst Käse habe ich nicht vermisst. Ich kann es gar nicht glauben, seit zwei Wochen gab es bei mir natürlich dadurch auch keine Eier und das, wo ich vorher nahezu jeden Tag Eier auf dem Speiseplan hatte, weil ich die einfach in jeder Konsistenz liebe.

Nicht ganz so konsequent war ich dagegen bezüglich meiner Fructosemalabsorbtion, was ich an einigen Tagen gespürt habe. Aber vielleicht wäre es auch etwas viel verlangt, sich so sehr einzuschränken, denn Essen soll ja weiterhin Freude machen und Genuss bereiten. Durch eine recht starke Erkältung, die sich leider über mehrere Wochen hingezogen hat, war ich umso mehr ans Zuhause gebunden und habe deswegen nahezu alle Mahlzeiten selbst zubereitet. Neu in mein Repertoire aufnehmen werde ich auf jeden Fall ein Rezept für veganes glutenfreies Mac & Cheese, da das wirklich enorm lecker war. Ansonsten habe ich mich an veganer Pizza mit veganer Salami aus dem Bio-Supermarkt-Tiefkühlfach versucht und muss sagen, die schmeckt einfach nur schrecklich. Super trocken und irgendwie fad. Als ich mich an einer selbst gemachten veganen Buchweizenpizza mit veganem Pizzakäse versucht habe, war das wesentlich besser und mal ein komplett anderer Geschmack, denn klar der Einfachheit halber gab es schon enorm viel asiatisch inspirierte Gerichte wie Currys in verschiedenen Variationen. Noch bin ich sehr am Rumprobieren mit Alternativen, da ich für gewöhnlich die deftige Deutsche Küche mag und Spätzle, Knödel und Co momentan nicht funktionieren würden, wenn ich keine Ei-Alternative finde.

Haben sich denn meine Ausgaben fürs Essen erhöht? Eher nicht. Denn ich habe bislang nicht mit besonders vielen veganen Ersatzprodukten experimentiert und meine Lieblingstofuwürstchen von Taifun habe ich auch vor der veganen Zeit gelegentlich gekauft, ebenso natürlich wie Tofu oder Kokosmilch und -öl. Es geht also meinem Bauch und meinem Portemonnaie momentan sehr gut. Viele sprechen ja auch davon, dass ihre Haut mit der veganen Ernährung besser geworden sei, das kann ich bei mir noch nicht bestätigen und meine periorale Dermatitis hält sich hartnäckig und scheint besonders nach dem Genuss von Zucker und Auftragen von Make-up zurückzukommen.

In den nächsten zwei Wochen bin ich viel unterwegs und reise unter anderem in die Schweiz zu meiner Schwester. In Zürich ist es natürlich überhaupt kein Problem vegane Restaurants oder Cafés zu finden, da ich aber einen Kurztrip ins Engadin machen werde, bin ich gespannt wie gut ich mich dort vegan ernähren kann und wie die kommenden zwei Wochen werden.

Es warten noch weitere vegane Gerichte auf euch und natürlich werden wir am Ende des Monats dann auch noch einmal komplett ein Resümee ziehen. Wie war die Umstellung für euch?

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