Anyong, Su Song!

Su FRAEU

Ich bin Su, im Jahre des Tigers geboren und lebe seit 2007 mit einigen Unterbrechungen in Berlin. „Woher kommst du?“ ist wahrscheinlich die meist gestellte Frage, die ich erhalte. Jedesmal muss ich dann 2 Sekunden darüber nachdenken, wie ich diese Frage am besten beantworte bzw. welche Antwort mein Gegenüber genau erwartet. Als in Berlin lebende Düsseldorferin mit südkoreanischen Wurzeln habe ich es mir daher zur Aufgabe gemacht, meine Mitmenschen dazu zu erziehen die Frage richtig zu stellen. Einfacher zu beantworten wäre  z.B. „Wo lebst du?“, „Woher stammst du?“ oder „Wo bist du aufgewachsen?“ – je nachdem auf welche Antwort man abzielt. Außer diesen erzieherischen Tätigkeiten beschäftige ich mich derzeit beruflich als Projektmanagerin bei Gründerszene viel mit den Themen Startups, Entrepreneurship und Digitalwirtschaft.

Seit meiner Kindheit ist aber eine meiner größten Leidenschaften gutes Essen. Mir wurde, anders als bei Rebecca, diese Leidenschaft traditionell von meiner Mutter in die Wiege gelegt. Für mich ist meine Mutter die beste Köchin, die die Welt zu bieten hat. Ihr selbstgemachtes Kimchi hat bisher selbst den größten Kimchi-Gegner dazu gebracht, den scharf eingelegten Chinakohl lieben zu lernen. Es gibt nichts Besseres, als den voll gedeckten Tisch mit köstlich zubereiteten Gerichten meiner Mutter, wenn ich zum Heimatbesuch nach Düsseldorf komme. Da meine Mutter aber schon immer berufstätig war, habe ich recht früh gelernt bzw. lernen müssen mein Essen selber zuzubereiten. An Kimchi habe ich mich aber bis heute nicht ran getraut. Denn das kann mich wahrscheinlich nur enttäuschen. Aber eines Tages werde ich einen Kochkurs bei Mama Song belegen und hoffentlich auch in die hohe Kunst des Kimchi-Einlegens eingeweiht werden. Essen bedeutet für mich „Mama“ und demnach bedeutet Essen für mich lieben.

Essen bedeutet aber auch so vieles mehr. Essen ist für mich die einfachste Art Verbindung zu fremden Kulturen schaffen. Essen ist der kleinste gemeinsame Nenner und deswegen so bedeutungsvoll. In meiner Studienzeit habe ich mir des öfteren Auszeiten gegönnt um schöne Ecken auf fremden Kontinenten zu entdecken. Ich bin viel in Asien und Lateinamerika gereist. Viele Erinnerungen aus dieser Zeit verbinde ich mit den lokalen Küchen – ob die köstliche Nudelsuppe am Straßenstand in Laos, das weltbeste Pad Thai in Bangkok oder das zarteste 600 Gramm Steak im La Cabrera in Buenos Aires. Wenn ich daran denke, läuft mir jetzt noch das Wasser im Munde zusammen.

Ich liebe es in Gesellschaft zu essen. Daher lade ich oft Freunde zum Essen ein oder treffe mich nach der Arbeit zum Dinner in verschiedensten Restaurants in Berlin. Es gibt auf der anderen Seite nichts Schlimmeres für mich, als alleine zu essen. Daher mache ich mir auch ungerne den Aufwand für mich alleine zu kochen. Seit ich im letzten April aus einer 6er-WG in meine eigene Wohnung gezogen bin, lade ich mir daher umso öfter hungrige Freunde ein, mit denen ich ab und zu meine Kochlust ausleben kann. Auch diese Eigenschaft habe ich wahrscheinlich von meiner Mutter geerbt. Man kann sich nämlich in das Herz meiner Mutter rein essen. Du wirst ihr bester Freund wenn du immer alles isst, was sie dir anbietet – und das ist meistens nicht wenig.

In einer guten Küche darf meiner Meinung nach Peperoni-Paste bzw. gutes Chili Pulver nicht fehlen. Wenn bestimmten Gerichten die nötige Schärfe fehlt, ist es für mich, wie als würde man Tee kochen ohne Teebeutel. Auch wenn es hier so klingt, als sei ich nur in der asiatischen Küche zu Hause, esse ich auch sehr gerne gute deutsche Hausmannskost, wie rheinischen Sauerbraten, Kassler mit Sauerkraut oder auch Königsberger Klopse. Man merkt, ich bin entgegen dem Berliner Trend keine Vegetarierin, geschweige denn eine Veganerin. Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen für einen Monat auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Nach dem übermäßigen Fleischkonsum über die Feiertage hielt ich es für angebracht, meinen Fleischhaushalt etwas auszugleichen. Nach 3 Wochen musste ich dann aber doch das Handtuch schmeißen. Fleisch gehört zu einer guten Mahlzeit einfach für mich dazu.

Zum Abschluss möchte ich noch meine Restaurant-Tipps mit euch teilen. 1.) Long March Canteen im Wrangelkiez in Berlin. Hier gibt es sehr leckere und ausgefallene Dim Sums. Am liebsten esse ich hier den Oktopus-Salat auf Kohlrabi. 2.) La Cabrera in Buenos Aires. Hier gibt es, wie erwähnt, das weltbeste Steak. Bei meinem ersten Besuch traf ich hier unseren damaligen Außenminister Guido Westerwelle, der sich zum Antrittsbesuch gerade in Buenos Aires aufhielt. Darüber hinaus bin ich auf der Suche nach dem besten Korean BBQ in Berlin. Bis heute habe ich noch kein koreanisches Restaurant entdeckt, das wirklich authentisches koreanisches BBQ mit allem was dazu gehört anbietet.

Und zum Abschluss noch fünf schnelle Fragen:

Süß oder salzig?
Auf jeden Fall salzig. Und nach dem Essen ein kleines Stück Zartbitterschokolade.

Kaffee oder Tee?
Kaffee! Leider zu viel.

Wein oder Cocktail?
Wein. Im Sommer Weißwein, im Winter lieber Rotwein.

Restaurant oder selber kochen?
Sowohl als auch.

Frühstück oder Dinner?
Definitiv Dinner. Obwohl… gilt Brunch auch als Frühstück?

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