Schlemmertage in München

München

Ende März war ich für einige Tage in München. Es war wunderbar sonnig und sehr frühlingshaft, so dass es auf dem Viktualienmarkt um die Mittagszeit keinen freien Platz auf einer der Bierbänke gab. Also schlenderte ich nur etwas über den Markt und kaufte Gewürze. Gekauft habe ich Kubebenpfeffer, da mein Vorrat Zuhause langsam zur Neige geht, außerdem Berberitzen, die ich sonst bisher noch nicht in den Berliner Läden gefunden hatte, die man aber öfter für Gerichte der persischen Küche braucht und auch im Kochbuch Jerusalem standen Berberitzen öfter auf der Zutatenliste und außerdem eine Gewürzmischung für meine Mutter als kleines Mitbringsel: Café de Paris. Bei der Mischung handelt es sich um eine Kräuterbutter-Quark-Mischung, die mit Wasser und Quark vermengt wird. Sicher praktisch als Dip oder Marinaden für Hühnchen & Co.

Gewürzstand auf dem Viktualienmarkt
Gewürzstand auf dem Viktualienmarkt
Gewürzstand auf dem Viktualienmarkt
Gewürzstand auf dem Viktualienmarkt
Wer die Wahl hat, hat die Qual beim Gemüsekauf
Wer die Wahl hat, hat die Qual beim Gemüsekauf

Anschließend spazierte ich dann Richtung Gärtnerplatz, da mir gleich zwei in München lebende Freundinnen den Platz für eine kleine Auszeit in der Sonne empfohlen hatten. Das war zum einen das Cotidiano, bei dem ich einen netten Platz draußen in der Sonne fand. Da ich noch nichts richtiges gefrühstückt hatte, es aber auch wiederum schon Mittagszeit war, bestellte ich einfach eine Kombination und kam so in den Genuss von einem kleinen leckeren Bircher Müsli und einer noch besseren Quiche Lorraine. Dazu gab es es eine Hauslimonade. Ich kann nur sagen, dass wirklich alles sehr gut schmeckte und gerade für eine Mittagspause passend war. Nichts lag schwer im Magen, machte aber dennoch satt und dann der Blick zur Grünfläche und ich konnte mich so richtig entspannen und den Tag in der Sonne genießen.
Am Tag zuvor war ich nachmittags im Del Fiore. Das Gastronomie-Konzept vom Del Fiore besteht aus der Kombination von guter italienischer Küche vom Frühstück, über Mittag bis Antipasti und Eisspezialitäten und der Möglichkeit viele der verwendeten Produkte käuflich zu erwerben. Ich bestellte den  Avocadosalat mit Brotcroutons, Kürbiskernen und Zitronendressing und den Büffelmozzarella mit Tomaten und auch wenn ich noch nie in Italien war, fühlte ich mich doch ein wenig wie im Italienurlaub. Die Sonne schien direkt auf das Café und die Speisen waren frisch und sommerlich leicht und alle Produkte hatten einen wirklich feinen Geschmack. Vom Büffelmozzarella konnte ich dann auch gar nicht genug bekommen. Nicht immer schmeckt er so gut, wie im Del Fiore. Als Erinnerung an den netten Laden, habe ich auch noch eine Kleinigkeit gekauft.
Ebenfalls viel Sonne genießen kann man auch im Restaurant Ella vom Lenbachhaus. Jedoch wurde ich erst eine Weile nicht beachtet, vielleicht weil ich alleine am Tisch saß und das Personal womöglich dachte, ich warte lediglich auf jemanden oder auch weil es sonst recht voll zur Mittagszeit war. Meine Orecchiette mit Salsiccia waren auch geschmacklich gut, jedoch war das Verhältnis von Pasta zu Wurst doch recht mager und ich hätte mir mehr Salsiccia gewünscht.
Wer noch auf der Suche nach einem guten Frühstücksbuffet ist, sollte im Davvero im Charles Hotel am Wochenende einen Platz mit Freunden reservieren. Hier bleiben keine Wünsche offen und Highlight ist auf jeden Fall die Honigwabe, die an dem Tag sehr beliebt war, so dass ich davon kein Photo mehr machen konnte.

Cotidiano Lunch
Cotidiano Lunch
Büffelmozzarella im Del Fiore
Büffelmozzarella im Del Fiore
Del Fiore am Gärtnerplatz
Del Fiore am Gärtnerplatz
Restaurant Ella
Restaurant Ella

 

Orecchiette im Restaurant Ella
Orecchiette im Restaurant Ella

Aber auch abends war ich natürlich unterwegs. Da ich die deutsche deftige Küche liebe, musste es natürlich auch direkt am ersten Abend dann bayrisches Essen im Andechser am Dom geben. Die Entscheidung, was ich essen wollte, hatte ich mir vorher schon einfach gemacht, da ich unbedingt in den Genuss eines Schweinebratens mit Kruste kommen wollte. Die war auf jeden Fall nicht nur kross, sondern auch geschmacklich ein Kracher an dem Abend. Auch die Nürnberger Würstchen waren sehr lecker, die ich dann sozusagen als zweiten Gang bestellte, da ich noch hungrig war und jedoch kein Dessert wollte.  Mit bayrischen Speisen gesättigt und glücklich, ging es dann durch die Münchner Innenstadt auf den Heimweg.

Nicht weniger Fleisch gab es am nächsten Abend. Hier kann ich euch wirklich das Theresa empfehlen. Denn wer Steak liebt, sollte hier mal vorbei schauen. Es ist nicht nur super schön eingerichtet, sondern hat auch einen Hammer-Service inklusive Beratung und eben einfach gutes Fleisch. Bei dem Laden vergisst man schon mal schnell auf sein Sättigungsgefühl zu achten. Für mich gab es als Starter die Jakobsmuschel – ein Gedicht – und anschließend neben Speckbohnen, Pommes Frites ein 300g Steak von der hohen Rippe. Also wenn die Jakobsmuschel schon ein Gedicht war, dann war das Steak ein ganzer Gedichtband. Super lecker! Der selbst gemachte Ketchup und die Steak-Sauce waren auch sehr gut, jedoch für das Fleisch überhaupt nicht nötig, da es auch einfach mit ein wenig frischem Pfeffer genial schmeckte. Die Speckbohnen habe ich dann aber beim besten Willen nicht geschafft. Wir bekamen sie aber in einer kleinen Box mit als späteren Mitternachtssnack. Doch da für mich ja auch Süßes zum Menü gehört und ich eine kurze Pause einlegte, musste dann noch ein Dessert her. Ich entschied mich für das total leichte Dessert aus Milchreis und Rhabarberkompott mit Eis. Puh. Eine Kleinigkeit kann man dieses Dessert nun wirklich nicht nennen, aber die Kombination ist natürlich top und ich freue mich schon jetzt auf viele weitere Rhabarber-Speisen. Wer also nach dem Steak noch glaubt Platz für Dessert zu haben, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Der Name ist Programm im Theresa
Der Name ist Programm im Theresa
Steak im Restaurant Theresa
Steak im Restaurant Theresa

Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch das Glockenbach, welches sich gut für einen entspannten Abend unter der Woche eignet. Mitten im Laden eine riesige Show-Treppe, die sich nach oben windet und beinahe den ganzen Raum zu vereinnahmen scheint. Oben dann angekommen, gab es einen kleinen Tisch, bei dem ich anfangs nicht sicher war, ob es ein guter oder ein schlechter Tisch ist und mich jetzt mal für einen guten Tisch entscheide. Er war sehr klein, weit und breit keine Nachbarn, deren Gespräche man hätte belauschen können, aber eben auch niemanden, der einen belauschen kann und dann der Blick auf die Treppe und den unteren Raum, so dass man immer im Blick hatte, welcher Gast gerade eintraf. Der Service auch hier sehr zuvorkommend und zügig. Auf der Karte klangen alle Gerichte sehr gut zusammengestellt und mir als hungriger Entscheidungsmuffel wurde es dadurch nicht gerade einfach gemacht. Für mich gab es dann eine Steinpilzsuppe zur Vorspeise und ebenfalls eigentlich als Vorspeise angedachte Lammspieße mit Linsen. Es war überhaupt kein Problem für das Personal mir das Gericht auch als Hauptspeise zu bringen. Nach all dem vielen Fleisch an den vorangegangen Tagen, war dies jetzt eine Abwechslung, da die Spieße nicht übermäßig groß waren und dennoch gut gewürzt im Geschmack. Doch dass auch so eine cremige Suppe natürlich schon sehr sättigt, hatte ich nicht bedacht und so blieb dieser Abend ohne Dessert.

Steinpilzsuppe im Glockenbach
Steinpilzsuppe im Glockenbach
Dinner im Glockenbach
Dinner im Glockenbach

Schlemmen und Sonne tanken kann man in München. Auf einen schönen Frühling in München, die Biergärten müssen dann mal an einem warmen Sommertag getestet werden.

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