Fraeuleinchen im Gespräch mit Katharina von BRLO

 BRLO_Gründer

Katharina Kurz ist eine der drei Gründer von BRLO, der neuen Berliner Craft-Beer-Marke, die seit knapp über einem Jahr die hiesige Barszene aufmischt. Im Interview mit Fraeuleinchen verriet sie uns, was der etwas seltsame Name zu bedeuten hat und wie sie ihre Liebe zu Craft Beer entdeckt hat.

Wie bist du darauf gekommen Craft Beer herzustellen?

Ich habe Craft Beer im Ausland kennen gelernt. Als ich in Australien war, stand ich im Bottle Shop und konnte mich gar nicht entscheiden, weil ich die Biervielfalt so toll fand – die vielen Sorten und auch die Gestaltung. In Deutschland stehst du im REWE und kannst dich wiederum nicht entscheiden, weil alles gleich ist. Es ist im Grunde egal zu welchem Bier man greift. Es ist alles angeglichen und emotionslos. Da habe ich mir gedacht, irgendwann würde ich ganz gerne eine kleine Biermarke ins Leben rufen.

Kurz danach hatte ich mit Christian, meinem alten Studienkollegen, gesprochen.  Er hatte zufälliger Weise mit seinem Vater vor, eine kleine Brauanlage zu kaufen und wollte Bier brauen. Über mehrere Biere sind wir dann ins Schwärmen geraten und haben das Ganze gemeinsam ins Rollen gebracht. Wir haben dann Micha, einen jungen Braumeister, kennen gelernt und es fügte sich alles ineinander. So haben wir zusammen mit BRLO angefangen.

Wofür steht der Name BRLO?

Es ist mit Absicht ein etwas komplizierter Name. Es ist der altslawische Name für Berlin. Er bedeutet soviel, wie Sumpfgebiet. Daraus hat sich der Name Berlin gebildet. Wir spielen sehr gerne mit dem Thema, dass keiner genau weiß, wie man BRLO (Berlo) aussprechen soll. Es ist ein schöner „Talking Point“. Im Grunde ist es uns egal, wie jemand den Namen ausspricht, Hauptsache das Bier schmeckt.

Bist du privat auch schon immer eher Biertrinkerin gewesen?

Ja, ich habe schon immer sehr gerne Bier getrunken. Ich trinke auch gerne Wein, aber ich habe immer Bier geliebt. Ich bin auch diejenige, die in feinen Restaurants, wenn alle anderen einen Wein bestellen, sich gerne ein Bier bestellt.

In letzter Zeit gibt es immer mehr kleinere Biermarken, die durch ihr cooles Image auffallen und auf Streetfood Märkten und Straßenfesten zu sehen sind. Meinst du, dass es auch nur ein Hype sein könnte, der irgendwann abflacht?

Nein, das glaube ich nicht. Ich hoffe und glaube, dass die Entwicklung bestehen bleibt. Das ist auch in anderen Ländern zu beobachten. Der Grund, warum es bei uns erst so spät angefangen hat ist, dass wir eine sehr gute Grundqualität an Bier haben. In den USA ist Craft Beer ja aus der Not entstanden, weil die meisten großen Braukonzerne nur gelbes Wasser hatten. Aus dem Grund haben Hobby-Brauer kleine Biermarken und kreative Sorten entwickelt. In Deutschland ist der Biermarkt zwar im Durchschnitt qualitativ sehr viel hochwertiger, aber sehr langweilig. Es gibt im Grunde nur Pils und Hefeweizen und für die Frauen hat man noch ein bisschen Geschmack reingemischt. Mit Craft Beer wird Bier auf eine ganz neue Ebene gehoben. Auf einmal geht es um verschiedene Hopfensorten, man riecht auch mal am Bier, es gibt verschiedene Aromen und man verkostet es. Viele Restaurants gehen mittlerweile dazu über, dass sie wie eine Weinkarte auch Bierkarten führen. Ich denke, dass das auch so bleiben wird.

Könntest du selber auch Bier brauen?

Ich habe am Anfang mal einen Braukurs mitgemacht und bin ab und zu dabei, wenn Micha unser Bier braut. Mittlerweile weiß ich sehr viel mehr über das Bierbrauen, als ich noch vor anderthalb Jahren wusste. Aber ich würde es nicht unbedingt selber machen. Ich denke auch, dass es ganz gut ist, wenn wir in unserem Team die Kompetenzen etwas aufteilen.

Schmeckt jede Abfüllung bei euch gleich?

Nein, absichtlich nicht. Das ist ja das Schöne am Craft Beer, im Gegensatz zum Industrie-Bier, das mittlerweile total normiert ist und immer gleicht schmecken muss. Craft Beer dagegen darf auch weiter entwickelt werden. Wenn mal eine Hopfenernte ganz toll war, schmeckt das Bier auch ganz anders. Vom Pale Ale haben wir zum Beispiel vier Abfüllungen gemacht, da war jede ein bisschen anders. Es ist wirklich vergleichbar mit Wein.

Wie viele Sorten habt ihr mittlerweile?

Wir haben drei bzw. dreieinhalb Sorten. Wir haben ein Helles. Das ist unser Einstiegsbier, womit wir auch die Nicht-Craft-Beer-Kenner abholen möchten. Dann haben wir Pale Ale. Das ist unser Renner und auch mein persönlicher Liebling. Kommt ursprünglich eher aus dem amerikanischen und englischen Raum, aber findet zum Glück mittlerweile auch in Deutschland ganz guten Anklang. Dann haben wir einen Porter, ein kräftiges, dunkles Bier. Das ist eher ein Nachtisch Bier oder gut  zu einem Stück Fleisch. Außerdem sind wir dabei, Berliner Weiße zu entwickeln. Allerdings nicht so, wie man es heute kennt mit Waldmeister- oder Himbeersirup. Ursprünglich ist Berliner Weiße ein Sauerbier, wo man etwas Sirup reingemischt hat, um es etwas zu versüßen. Ohne Sirup ist es etwas ungewohnt, wenn man es nicht kennt. Aber es ist total erfrischend und das perfekte Sommerbier. Es ist ein wenig vergleichbar mit einem Cider.

BRLO

Wie sieht idealer Weise die Zukunft von BRLO aus? Soll es vielleicht auch mal eine eigene Bar geben?

Momentan haben wir noch keine eigene Brauerei. Wir mieten uns derzeit bei kleinen Brauereien im Umland ein, bringen unsere Rohstoffe mit und dann werden die Biere nach unseren Rezepten gebraut und abgefüllt. Für den Anfang ist das super, aber irgendwann würden wir natürlich gerne eine eigene Brauerei haben. Das ist wahrscheinlich der nächste Schritt. Danach käme vielleicht auch eine eigene Gastronomie – ob eine Bar oder ein Pub.

Wo kann man BRLO kaufen?

Wir sind in mittlerweile in 50 Läden in Berlin vertreten. Vom ausgesuchten Einzelhandel über coole Spätis bis hin zu Bars und Restaurants. Im Grunde sind wir fast überall vertreten nur nicht in normalen Supermärkten. Das ist auch nicht unser Ziel.

Gibt es BRLO auch in anderen Städten oder nur in Berlin?

Ja, es gibt uns auch bereits in anderen Städten; zum Beispiel in Hamburg, Frankfurt, Köln und München. Auf unserer Webseite gibt es auch den sogenannten BRLO-Finder. Da kann man sehen, wo es überall BRLO zu kaufen gibt.

Gibt es eine persönliche Mission, die ihr mit BRLO verfolgen möchtet?

Mir war es sehr wichtig, eine Biermarke zu kreieren, die sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen anspricht. Normalerweise ist der Biermarkt sehr auf Männer fokussiert. In der Werbung sieht man immer Fußball-guckende Männer und sobald du eine Frucht mit reinmischst soll es Frauenbier sein. Das ist totaler Quatsch. Denn es gibt auch viele Frauen, die gerne Bier trinken. Daher wollten wir eine Marke haben, die gender-neutral ist.

Die Impulsfragen

Vorspeise oder Nachspeise

Vorspeise

Salat oder Suppe?

Suppe

Bier: hell oder dunkel

Hell

Selber kochen oder essen gehen

Essen gehen

Was darf in deiner Küche niemals fehlen?

Bier (lacht)

Ich habe einen totalen Männerkühlschrank. Ich bin zwar ein Foodie, aber ich koche nicht besonders gut und auch nicht gerne. Von daher ist mein Kühlschrank eher gefüllt mit Bier.

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Katharina!

Das Gründerteam: Michael, Katharina und Christian
Das Gründerteam: Michael, Katharina und Christian

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