Im Gespräch mit Ngoc Duc Nguyen vom Maison Han und Sons of Mana

Dass wir uns mit Ngoc Duc Nguyen getroffen haben, ist tatsächlich eine ganze Weile her – Februar war es um genau zu sein – aber das Schöne ist, dass wir uns seit dem immer wieder getroffen haben. So auch vergangenen Sonntag, als wir gemeinsam Ducs Lieblingsgericht – einen thailändischen Papayasalat – gekocht haben und erneut über Essen und Genuss gesprochen haben. Und eigentlich sollte es ein Interview werden, aber ich schreibe jetzt einfach mal so über Duc und seine ganzen Konzepte. Denn erst gestern durfte ich mit ihm auf einem Boot durch Berlin fahren, Poke Bowl selber anrichten und natürlich auch essen und habe einen Einblick in die neuesten Projekte von Duc bekommen.

Der gebürtige Berliner mit vietnamesischen Wurzeln ist übrigens kein gelernter Gastronom oder Koch, sondern hat sich das selber angeeignet. Während seines Medien- und Musik-Studiums jobbte er in einer Bar. Der wohl sehr klassische Studentenjob eines Berliner Studenten; und fand Gefallen an dem Job. Dank einer Freundin konnte er dann auch in der thailändischen Botschaft arbeiten. Hier hat er von der Köchin das Gericht für den Papayasalat bekommen und wirklich sein Herz an Küche und Gastronomie verloren. Nach weiterem Jobben im Good Morning Vietnam, das der Schwester seiner heutigen Frau Hong Dao gehörte, dann  2011 der gemeinsame Schritt mit Hong in die Selbständigkeit. Zusammen Freunden eröffnete er in Münster das erste vietnamesische Restaurant Münsters. Berlin – Münster? Ein Freund studierte da und irgendwie ergab eines das andere. Der Freund vermisste echte vietnamesische Küche in der Stadt, Hong und Duc wollten in die Gastronomie einsteigen. Also warum nicht da? „Es gab nie den Gedanken einen Rückzieher zu machen“, sagt er noch heute über diese Zeit. Irgendwann kam es zur Trennung von den Freunden und Duc ging in Elternzeit als vor sechs Jahren seine erste Tochter geboren wurde. Mit der Gastronomie gebrochen, hat er aber nicht. Vielmehr hat er 2014 das Royals&Rice nach Berlin gebracht und wollte auch hier ein vietnamesisches Restaurant zwischen Moderne und Tradition eröffnen. „Essen ist bei uns immer mit Reis verbunden. Wer essen kann, ist ein König“, so Duc über den Namen. Und so kochte sich Ducs Team dann auch in die Berliner Herzen, während er immer mehr ins operative Geschäft umgestiegen ist.

Auf die Frage, ob er denn gastronomische Vorbilder gehabt hat, sagt er ein klares Nein. Er ist jemand, der gerne seinen eigenen Weg geht. Und als der Generation der Digital Natives angehörend, gehörte es für ihn daher auch schon immer dazu neue Tools und vor allem auch Social Media zu testen und nutzen. Spricht man mit Duc kommt man immer wieder an das Thema „Lösungen finden, Dinge optimieren zu wollen“. So haben wir uns auch beim letzten Mal länger über das Buch „Rich Dad, Poor Dad“ von Robert T. Kiyosaki unterhalten. Man merkt es beschäftigt ihn. Wahrscheinlich gibt er deswegen keine Ruhe und startet ein Projekt nach dem nächsten. Denn auch Sachen zweimal machen, ist eigentlich nicht seines. Und so kam nach dem Royals&Rice, dann die Kaffeerösterei Han Coffee und der vietnamesische Brunch-Spot Maison Han dazu. Und auch Hong blieb nicht untätig. Sie eröffnete das Quà Phê und betreibt dazu das nebenan liegende Banh Mi Stable. Als neuestes ist nun also Sons of Mana Ducs Herzensstück. Weniger vietnamesisch, serviert hier sein Team frische Poke Powls mit einer Vielzahl an Toppings. Das ganze zu managen schafft er aber nur, weil er sich auf seine Mitarbeiter und Familie verlassen kann. Wenn Hong und er in ihren Geschäften sind, ist es oftmals Ducs Mutter, die auf die mittlerweile zwei Töchter des Gastro-Paares aufpasst. Und da er das Royals&Rice in Münster immer noch und zusätzlich eine weitere Filiale in Oldenburg eröffnet hat, ist er auch oftmals im Zug oder Auto unterwegs. Um so schöner dann Duc auch mal wieder live zu treffen. Und still sitzen bleiben, dass schafft er einfach nicht. Trotz seiner eigenen Gastro-Konzepte hat er sich ein zweites Standbein aufgebaut und wird nun auch öfter von anderen Gastronomen angefragt, ob er deren Läden nicht gestalten und einrichten kann. Der Stil von Duc mit seinen asiatischen Details kommt an. Und das eben auch bei den Poke Bowls. Das neue Restaurant in Alt-Moabit noch eine Baustelle gestern Nacht. Mit Wandmalerei im japanisch inspirierten Stil, clean ansonsten. Hier kann dann ab Herbst gespeist werden. Was nach Sons of Mana kommt, ist die Frage, denn mit mittlerweile drei Filialen und einem Pop-up ist klar, dass da bald was komplett neues auf alle Foodies wartet.

Und wir sagen abschließend: Herzlichsten Glückwunsch zum Fizzz-Award 2018 in der Kategorie Team des Jahres mit seiner Frau Hong Dao. Das bestätigt einmal mehr, dass die beiden da etwas spannendes auf die Beine gestellt haben und relevant in der (Berliner) Gastroszene sind. Wir freuen uns auf die neuesten Konzepte des Duos und haben schon so erste Insider-Infos über das nächste Projekt, die wir euch natürlich sofort verraten, wenn wir es denn dürfen. Und so lange heißt es Poke Bowl essen und vietnamesischen Kaffee trinken.

Maison Han | Pannierstraße 40 | 12047 Berlin | Mo-So 11-23 Uhr
Sons of Mana | Budapester Str. 38-50 | 10787 Berlin | Mo-Sa 10-20 Uhr
Sons of Mana | Alte Schönhauser Str. 7-8 | 10119 Berlin | Mo-Sa 10-20 Uhr
Sons of Mana | Invalidenstraße 112 | 10115 Berlin
Sons of Mana | Alt-Moabit | ab Herbst

 

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