Im Gespräch mit Timo Meyer vom ARABICA

Im Sonntagsrezept der vergangenen Woche haben wir bereits einen kleinen Einblick in die japanische Specialty Kaffee Kette Arabica gegeben, die ihren ersten europäischen Sitz im Herzen Kreuzbergs gefunden hat. Neben dem sündhaft leckeren French Toast, den wir dank der Bereitstellung des Rezepts durch Arabica Chefkoch Tyler Hanse jeden Sonntag nun auch auf unserem Frühstückstisch wiederfinden werden und richtig gutem Kaffee, gibt es eine auserlesene Auswahl an regionalen und saisonalen Speisen für die es sich definitiv lohnt das Bett auch am Wochenende zu verlassen.

Wie Geschäftsführer Timo Meyer, der ursprünglich in der Tech-Welt zu Hause war dazu gekommen ist, sich dem Kaffeegeschäft zu widmen und warum der europäische Flagshipstore ausgerechnet in Berlin eröffnet wurde, hat er uns im Interview erzählt.

Woher stammt das Arabica Konzept?

Der Gründer von Arabica ist Kenneth Shoji, der 2013 nach Hongkong ausgewandert ist, nachdem sein Haus 2011 vom Tsunami weggeschwemmt wurde. Er wollte in Hongkong einen Neuanfang wagen und hat im September 2013 sein erstes Café eröffnet. Sein Ziel war es, hochwertigen Kaffee anzubieten und sein Konzept auszutesten, mit eigener Röstmaschine.

Wie kamst du in Kontakt mit Arabica?

Ich habe Kenneth kennengelernt, als er im März 2014 seinen zweiten Store in Kyoto eröffnet hat. Er ist zurück nach Japan gegangen und hat sich dort als ersten Standort bewusst für die traditionellere Stadt Kyoto entschieden, da die Café-Dichte dort noch nicht so hoch war, wie in Tokyo. Zusammen mit dem Architekten Masaki Kato hat er einen sehr modernen Laden in eine sehr historische Gegend von Kyoto, Higashiyama, gebaut, der dort wie eine Bombe eingeschlagen ist. Einige Monate später wurde in Kyoto direkt das zweite Café eröffnet und schnell kamen Anfragen aus aller Welt, die weitere Standorte in verschiedensten Ländern eröffnen wollten. So kam die Idee, das Konzept zu franchisen.

Du warst also einer von denen, die angefragt haben?

Ich persönlich hatte über die damalige Brandmanagerin von Arabica erfahren und wollte mir den Laden gerne anschauen. Eigentlich komme ich aus dem Tech-Bereich und habe sehr viel mit Startups gearbeitet und kannte daher auch die Story von Blue Bottle, der Kaffeekette aus den USA, die wie ein Startup-Unternehmen aufgebaut wurde. Diese Dynamik in der Food-Branche hatte mich sehr fasziniert. So kam dann auch mein Interesse an Arabica und der Story von Ken. Dann kam eins zum anderen und mittlerweile bin ich als Partner eingestiegen und bin vor allem für die Expansion in Europa zuständig. Mit Berlin als europäische Hauptzentrale, die auch keine Franchise-Location ist.

Warum habt ihr euch für Berlin als ersten europäischen Standort entschieden?

Eigentlich hatte Ken schon lange geplant das erste europäische Arabica in Paris zu eröffnen. Denn viele Japaner habe eine große Verbundenheit zu Frankreich. Als ich dazu kam, haben sich die Pläne geändert, da ich keine Verbindungen zu Paris habe, aber dafür zu Berlin. Wir haben uns dann in Berlin gemeinsam umgeschaut und Ken war dann auch von der Idee überzeugt. Berlin passt einfach super, denn es ist die Kaffeehauptstadt Europas, ist eine junge coole Stadt, hat eine starke Startup-Szene und ist multikulturell.

Wenn man das Café betritt, fällt einem nicht auf den ersten Blick auf, dass es sich um eine japanische Kette handelt. Welche Aspekte von Arabica würdest du als japanisch bezeichnen?

Wir achten sehr stark auf Details, eine gewisse Ästhetik und Qualität und vor allem auf guten Service. All diese Aspekte würde ich als typisch japanisch bezeichnen. Außerdem ist sowohl die Gestaltung der Läden als auch unser Kaffee selber sehr zeitlos. Denn Kaffee ist für uns kein Trend, sondern ein zeitloser Genuss. Wir haben daher auch keine Trendgetränke, wie Coldbrew oder Kaffee mit Kombucha oder ähnliches. Wir halten uns da sehr minimalistisch. Das entspricht schon stark der japanischen Mentalität. Das Pure.

Was macht für dich guten Kaffee aus?

Grundlegend kann man sagen, dass ein Kaffee nicht zu lange vor dem Gebrauch geröstet werden sollte, da er nach dem Röstprozess oxidiert und an Aroma verliert. Unser Kaffee wird daher im Laden geröstet mit einem speziellen Gerät, das in Japan entwickelt wurde. In jedem Arabica Laden steht eine dieser Röstmaschinen, die Tornado King. Und wir haben die weltweiten Exklusivrechte an der Maschine. Das Besondere an der Maschine ist, dass sie auch kleine Mengen rösten kann, sodass wir bereits ab 200 Gramm bis zu 1,5 Kilogramm rösten können. Theoretisch könnte jeder Kunde also seinen Kaffee ganz individuell bei uns rösten lassen.

Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?

Ich vertrage Milch nicht besonders gut, daher trinke ich ihn am liebsten schwarz. Als Filterkaffee oder auch als Americano. 80% unserer Kunden bestellen allerdings einen Latte. Nicht nur wegen des Geschmacks, sondern in Japan ist Latte Art auch ein großes Thema. Im ersten Laden in Kyoto haben wir mit dem Latte Art Champion Junichi Yamaguchi gearbeitet. Seine Latte Art ist unglaublich!

Danke für das Gespräch!

Arabica Berlin
Reichenberger Straße 36 | 10999 Berlin | Kreuzberg
Mo – Fr | 8.00 – 18.00 Uhr
Sa – So | 10.00 – 18.00 Uhr

 

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