MINE: Italienische Küche in Berlins Westen genießen

Kurz vor Weihnachten waren Su und ich im Restaurant MINE in Charlottenburg und hatten unsere kleine eigene Weihnachtsfeier. Gerade einmal 15 Minuten von mir zu Hause entfernt, liegt das MINE mit angrenzender Weinbar im schönen Charlottenburg unweit vom Ku’damm. Und wer mich gut kennt, weiß dass ich eigentlich kein großer Fan von italienischer Küche bin. Nein, ich kann es nicht wirklich begründen, aber wahrscheinlich hatte ich einfach bei all der Fülle an mittelmäßigen Pizza-Pasta-Italienern in Berlin nie erstklassige Gerichte. Ich habe mich also mit ein wenig Skepsis auf den Weg gemacht, hatte jedoch nur Gutes vorweg gehört.

Kaum betritt man das Restaurant durch die schweren gelben Vorhänge fühlt man sich auch direkt sehr wohl. Alles ist in angenehmes Licht getaucht, durch die Samtmöbel wirkt es warm und herzlich, in Kombination mit den Lampen von Tom Dixon und den frei gelegten Wänden dennoch sehr modern. Das Interieur stammt von dem St. Petersburger Architekten Evgeniy Skorikov, der mit seinem Design zwischen Tradition und Moderne einen Ort mit viel Atmosphäre und Wohlbehagen geschaffen hat. Für mich ist es wirklich eine perfekte Kombi und noch vor dem ersten Schluck wusste ich, hier komme ich wieder her. Und so klassisch italienisch ist das MINE auch gar nicht. Der gebürtige Armenier Aram Mnatsakanov, der bereits in Russland fünf italienisch inspirierte Restaurants führt, eröffnete vor nun genau einem Jahr das Berliner Restaurant. Ebenfalls mit Fokus auf die italienische Küche und dennoch so ganz anders. Bei Armenien und Russland denkt man sicher auch zunächst nicht an mediterrane Küche, umso schöner wie wunderbar das Konzept in den Berliner Westen passt. Dabei ist Berlin kein Neuland für Mnatsakanov, der bereits seit gut 15 Jahren die Stadt als sein Zuhause empfindet. 

Zusammen mit seinem Sohn Mikhail, der Küchenchef im MINE ist, überzeugt er hier mit ausgezeichneten Produkten und fein abgeschmeckten Gerichten. Klassiker wie Vitello Tonnato oder Trüffelpasta finden sich auf der Karte und überraschen mit modernem Twist. Wer schon Fan von Vitello Tonnato ist, sollte dringend diese Variante versuchen. Wer wie ich kein Fan von Thunfischcreme war, sollte es erst recht tun. Mit Thunfisch-Sashimi und zartem Kalb überzeugt es jeden Zweifler.

Wer es lieber vegetarisch liebt, bestellt die sizilianische Aubergine mit Kräutern, Burrata und süß-säuerlicher Tomatenmarmelade. Ein fantastisches Gericht, welches wie alle anderen auch sehr fein abgestimmt ist und eine Mischung aus Fine Dining und Soul Food darstellt. Als Zwischengang hatten wir die saisonale Trüffelpasta. Zart schmelzend und ein leichter Buttergeschmack, dazu der schwarze Trüffel. Davon hätte ich ganze Töpfe leer essen können. Dass die Pasta hausgemacht ist und mit viel Liebe hergestellt wurde, schmeckt man bei jedem Bissen. Für mich war zu diesem Zeitpunkt der Abend schon perfekt. Denn wir hatten vorweg ein tollen Prosecco und schöne Weine, die uns der Service empfohlen hatte. Aber wenn man das erste Mal in einem Restaurant ist, will man natürlich möglichst viel probieren und so ging es mit der Hauptspeise weiter. Wir entschieden uns der Empfehlung für Oktopus und Lammkoteletts alla griglia mit pannengerührten Maiskörnern zu folgen und wurden nicht enttäuscht. Auch hier wieder mein Einwand: Ich esse doch keinen Mais. Doch diesen hier schon. Unsere Teller sind auf jeden Fall leer bis auf den letzten Saucentropfen und ich bin vom Restaurant, der Küche, dem Ambiente und Service restlos überzeugt.

An diesem Abend sind einige Tische besetzt, richtig laut wird es nicht. Aber den Gastraum sehe ich auch nicht, da ich mit Blick zur Küche sitze und die ganze Zeit Fliesen, den Barwagen und den Küchentresen bewundere. Beim nächsten Mal wähle ich auf jeden Fall einen anderen Platz um auch einen Eindruck der anderen Gäste zu bekommen. Und bevor wir überhaupt ins Nachdenken und Träumen kommen, gibt’s das Dessert. Einmal ein Schokokuchen mit Haselnüssen und eine luftige Pavlova, deren fruchtige Komponente von Mango und Passionsfrucht, jedoch unter der knackigen Hülle verborgen ist. Und so darf ich diese mit einem Löffel einschlagen, während Su ein Video davon aufnimmt. Wahrscheinlich wird das Dessert Instagram und Boomerang im Sturm und mit Knall erobern. Unsere Herzen hat das MINE am Ende des Abends auf jeden Fall erobert.

Wer übrigens am Wochenende kommt und noch auf seinen Tisch warten muss oder mal ein ganz besonderes Dinnererlebnis haben möchte, sollte nebenan ins WINE gehen. In der hauseigenen Weinbar haben gerade mal 6 Personen Platz und donnerstags wird hier ein Mehrgang-Menü unter wunderschön gestalteter Decke mit Freskenmotiv serviert. Und daher steht das WINE definitiv auf der Liste für die nächste Geburtstagsparty.

MINE / WINE | Meinekestraße 10 | 10719 Berlin
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag: 17.30 – 24 Uhr, Weinbar: Fr/Sa 19 – 24 Uhr
Reservierungen:+49 (0)30 88926363 oder online

Bilder Interieur Copyright: MINE / Akhtar
Hinweis: Wir wurden vom Restaurant eingeladen, würde aber auch ohne Einladung den Text genau so schreiben.

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  1. Pingback: GRACE – für einen Valentinsabend im Berliner Westen

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