Bete’avon aus Tel Aviv! – In Israel schlemmen

Dass sowohl Su als auch ich Israel und vor allem das entspannte Tel Aviv lieben, sollte mittlerweile bekannt sein. Haben wir doch schon ausführlich übers Kuli Alma und die besten Food-Spots in Jerusalem und Tel Aviv geschrieben. Und nun noch ein Artikel? Passend zu unserem orientalischen Monat muss da aber ein Update erscheinen. Denn Tel Aviv ist eine Stadt, in der es zum Einen viel zu viele Restaurants gibt, als dass man die direkt beim ersten Besuch alle testen kann und zum Anderen natürlich ähnlich zu Berlin auch sehr im Wandel. Was letztes Jahr noch der Hotspot war, ist nächstes Jahr vielleicht schon geschlossen.

Um dem Winter zu entfliehen bin ich also für eine Woche wieder ins Land, wo Milch und Honig fließen, gereist und wurde nicht enttäuscht. Mit dabei im Gepäck die Liste mit den veganen Restaurants, die Zucker&Jagdwurst erst kürzlich in Tel Aviv getestet hatten. Bis auf das Ha’Achim war ich übrigens dieses Mal in keinem der Restaurants aus dem letzten Jahr. Oh nein, stimmt gar nicht. Direkt nach der Ankunft hat es mich zu Tony Vespa verschlagen und ich habe erst mal frische Pizza zwischen Familien und Teenagern in Purim-Kostümen geschlemmt, denn dank Easyjet-Flug gab es weder Snacks geschweige denn Wasser for free an Bord. Aber mit Pizza in der Hand auf dem Rothschild Boulevard fühlte ich mich direkt wieder wohl. Es war wärmer als im letzten Jahr, die Stimmung entspannt und alles war grün und blühte. Um etwas mehr Purim-Stimmung zu bekommen, ging es abends dann in die Bar Herzl 16. Hatte ich Pläne für die kommenden Tage gemacht? Eher nicht, ich wollte einfach etwas Strand, Sonne und gutes Essen genießen. Und eigentlich ist es egal wo man reinstolpert, gutes Essen gibt es fast überall.

Besonders toll fand ich das vegane Café BANA. Es lag direkt um die Ecke von meinem Hostel und ich bin bestimmt fünf Mal dran vorbei geschlendert, bevor ich überhaupt reingegangen bin. Entweder war es geschlossen oder ich gerade nicht hungrig. Es ist ein sehr schön eingerichtetes Café mit rein veganen Speisen. Da ich so lange auf mein Pilz-Sandwich warten musste, habe ich noch eine kleine Rainbow-Bowl aufs Haus bekommen. Auch wenn es erst mal nur viel rohes Gemüse war, die Erdnusssauce war superlecker und der Salat hat mir wirklich gut geschmeckt. Welch Überraschung für mich als Salat-Verabscheuerin. Auch der hausgemachte Eistee war super. Definitiv ein Laden, den ich empfehlen würde, auch wenn sie nicht wirklich orientialische oder jüdische Küche servieren. Aber was ist schon eindeutig jüdische Küche?

Als krassen Kontrast zum BANA haben mich Israelis zu Tel Avivs bestem Kebab nur einen Tag später mitgenommen. Der Laden auf der Allenby Straße fiel mir schon vorher auf, weil vorrangig Männer sich in Trauben darum versammelten. Was serviert wurde hatte ich bis dahin noch gar nicht erkennen können und ein richtiges Konzept fürs Anstellen konnte ich auch nicht ausmachen, so dass ich zunächst weitergezogen bin. Umso schöner, als dann die drei Israelis meinten, sie müssten mir den besten Kebab zeigen und es sich als eben dieser kleine Laden entpuppte. Der Imbiss heißt Jasmino und befindet sich neben dem Edmond Coffee, welches ein weiterer schöner Platz zum Verweilen und Arbeiten ist. Natürlich gab es dort keine vegetarische Alternative, schließlich geht es hier nur um Kebab. Also wurde für mich geordert und auf den Stufen der Großen Synagoge vor dem Port Sa’id verschlangen wir förmlich unsere Kebabs im Pitabrot und die Sauce tropfte an den Händen hinab auf die Stufen. Mehr muss man wohl nicht sagen, um zu verdeutlichen wie gut es schmeckte. 

Gibt es eigentlich DIE israelische Küche? Jeder Israeli verneinte das und empfahl mir immer ein anderes Gericht, welches typisch sein sollte. So hatte ich dann jemenitisches Saluf-Brot, jemenitischen Eintopf, Hummus mit Aubergine im Landwer Café, Shakshuka im Lily & Bloom und so weiter. Wahrscheinlich mag ich eben genau deswegen die Küche so gerne; weil sie so vielfältig ist, immer recht deftig und gut gewürzt und ich immer das Gefühl habe angekommen zu sein. Zwei weitere Highlights, die nicht unerwähnt bleiben sollen, sind das Café Yom Tov und das Saluf & Sons in der Nahalat Binyamin St 80. Beides Läden, die mir Israelis empfohlen hatten und die ich sofort wieder besuchen würde. Im Yom Tov, war ich sogar abends und dann direkt am nächsten Tag mittags noch mal da. Geschmorter Kohl mit Labane und anschließend eine fantastische Pizza mit Aubergine, Artischocken und Rucola. Zum Mittag gab es dann einen wenig fotogenen, aber umso köstlicheren Linseneintopf mit perfekter Schärfe. Auch hier kann man den ganzen Tag verweilen und arbeiten. Der Carmel-Markt ist direkt um die Ecke und bietet sich damit perfekt für einen Bummel am Freitag an. Als letztes möchte ich allen noch das Orna & Ella auf der Sheinkin Straße empfehlen, da es in Kürze seine Pforte für immer schließt, aber ich dort in den Genuss eines wunderbaren Menüs kam. Und das lag sicher nicht nur daran, weil es mein letzter Abend in Tel Aviv war.

Mit Dinah und Daliah von twohungrysistersontour werden wir uns über die jüdische Küche in Berlin am Sonntag auf dem Nosh Breakfast Markt in der Markthalle Neun unterhalten.

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