Paleo-Challenge Rückblick von Su & Rebecca

Rebecca & Su von Fraeuleinchen

Heute beenden wir unsere Paleo-Challenge, bei der wir knapp 30 – um genau zu sein 28 – Tage lang auf Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Alkohol, Zucker und koffeinhaltige Getränke verzichten wollten, um uns danach hoffentlich besser, reiner, fitter, wacher, frischer, einfach toller zu fühlen, da das die angeblichen Auswirkungen einer Paleo-Ernährung sind. Zudem haben wir versucht unseren Schlaf zu verbessern und uns ausreichend auch am Tage zu bewegen. In unserem heutigen Beitrag schreiben wir also jeder von unseren Erfahrungen aus dieser Zeit, die sich teilweise decken und in einigen Punkten unterscheiden, aber irgendwie nicht mit den nahezu in den Himmel hoch gelobten anderen Erfahrungsberichten übereinstimmen. Davon sind wir nämlich weit entfernt.

Mit Hunger begonnen, mit Hunger geendet – Challenge-Erfahrungen von Rebecca

Ich hatte ja in zwei Posts bereits davon geschrieben, dass ich von einem ziemlich großen Hungergefühl nahezu 24 Stunden am Tag heimgesucht wurde. Dabei handelte es sich nicht etwa um ein Heißhungergefühl auf warmes frisches Brot mit leckerer Schokoladencreme (das muss ich direkt morgen aber mal essen) und auch nicht um einen immens großen Wunsch nach Pizza mit möglichst vielen Käsesorten. Nein, das ließ mich eigentlich alles kalt und war nicht interessant für mich. Ich wollte einfach nur irgendwie dieses Loch im Bauch füllen und da schien es nicht auszureichen, so viel Gemüse wie man will essen zu können. Ich knabberte gegen Ende der Challenge stets zwischendurch Möhren und Nüsse, aber auch das half nichts. Bis letzten Montag hatte ich mich tatsächlich auch strikt an alles gehalten, was mir irgendwann nicht mehr so schwer gefallen ist. Am Montag war ich jedoch im Borchardt essen und man kann dort nicht nicht das knusprige hauchdünne Wiener Schnitzel bestellen. So gab es das Schnitzel für mich mit Rote Bete Salat und einem Gurkensalat, was somit den Regelbruch schlechthin darstellte. Aber es war auch wie immer unglaublich lecker. Mir ging es auch nicht schlechter dadurch. Mein Bauch ließ mich in Ruhe das ganze Schnitzel verputzen. Ihm schien es also auch zu munden. Die Tage danach ernährte ich mich wieder ordnungsgemäß nach Paleo bis zu unserem gestrigen Gänse-Dinner, das wir sehr klassisch und auf keinen Fall Paleo halten wollten. Wir haben also keine 30 Tage geschafft, aber ich glaube in den weiteren drei Tagen wäre nichts weltbewegendes passiert, was eine Kehrtwende in den Erfahrungen bedeutet hätte.

Ich kann für mich abschließend sagen: Verzichten fiel mir einfacher als gedacht, allerdings hat sich überhaupt nichts zum Positiven bei mir verändert. Für manche mag es vielleicht positiv sein, in dieser kurzen Zeit eine Kleidergröße zu verlieren und schmaler zu werden. Für mich war das nicht wirklich angestrebt gewesen und dennoch kann ich momentan meine Jeans nicht mehr tragen, da sie einfach zu groß geworden sind. Ich denke mal, dass sich das aber genauso schnell wieder ausgleicht. Auf die gehoffte Hautverbesserung warte ich auch noch. Es hat bei mir wohl nichts mit der Ernährung zu tun, sondern schlicht mit den Hormonen und Stress. Und endlich werden ich und meine Ernährung jetzt nicht mehr Gesprächsthema Nummer 1 bei Gruppenveranstaltungen sein.

Stress durch Verzicht – Challenge-Erfahrungen von Su

Als wir in die Challenge gestartet sind, hatte ich mir erhofft, dass ich meine Ernährung komplett umstellen könnte, sodass ich auch nach den 30 Tagen meinen Speiseplan nach dem Paleo-Prinzip ausrichten würde. Aber nach den ersten zwei Wochen wurde mir klar, dass diese Ernährungsweise entgegen der Theorien nicht meiner Natur entspricht. Wie ich in meinem Erfahrungsbericht vor einiger Zeit bereits erwähnt habe, scheint mein Körper kein Problem mit Milchprodukten zu haben. Im Gegenteil, ich liebe sie und kann darauf nur sehr schlecht verzichten. Aber alles, was ich normalerweise gerne zu mir nehme, war plötzlich verboten und man hatte ständig Angst etwas Falsches zu essen.

Durch meinen Job bin ich recht viel unterwegs und kann nicht jeden Tag mein Essen selber zubereiten. So musste ich ständig schauen, ob es auf den Veranstaltungen, die ich besuchte, auch etwas paleokompatibles gibt oder wenn nicht, woher ich es bekommen könnte. Jeden Morgen bin ich aufgewacht und habe mir Gedanken darüber gemacht, was ich essen könnte. Ich wurde plötzlich eine dieser Personen, die ständig gefragt werden musste „Kannst du das essen?“, „Ist das okay für dich?“ und in jeder Essensrunde wurde meine Ernährung zum Hauptthema. Ich kann normalerweise genau solche Personen nicht leiden und fühlte mich in dieser Position sehr unwohl. Dadurch, dass ich außerdem immer das Gefühl hatte verzichten zu müssen, hatte ich auch das Bedürfnis diesen Verzicht durch etwas Anderes zu kompensieren. Ich war irgendwie immer auf der Suche nach etwas Befriedigendem; und das war Stress pur.

Gesundheitlich hat sich leider auch bei mir nichts verändert durch die Umstellung. Meine Haare sind nach wie vor nicht wirklich gesund, meine Verdauung konnte sich überhaupt nicht mit meinem Speiseplan anfreunden und ich war ständig müde. Das Einzige, was ich als positiv empfunden habe, war dass man abends auch nach einer größeren Mahlzeit kein Völlegefühl hatte und dadurch besser schlafen konnte.

Außerdem habe ich die Challenge auch dazu genutzt mich mit meinem Online-Verhalten auseinander zu setzen um festzustellen, dass es definitiv nicht einfach ist, sich täglich eine bestimmte Offline-Zeit einzuräumen. Das werde ich aber weiter verfolgen und versuchen mindestens 1 Stunde nach dem Aufstehen und 1 Stunde vor dem Einschlafen keine elektronischen Geräte einzusetzen.

Fraeuleinchens Fazit

Insgesamt würden wir sagen, dass wir diese sehr strenge Ernährungsweise mit so vielen Verboten nicht weiterhin verfolgen werden und auch nicht ohne Weiteres empfehlen können. Grundsätzlich ist es sicher gut, darauf zu achten, nicht zu viele Getreideprodukte auf den Speiseplan zu setzen und auch weniger Milchprodukte zu sich zu nehmen, wenn man damit Probleme hat. Aber man sollte das alles auf keinen Fall zu dogmatisch betreiben und sich nicht geißeln. Essen bedeutet für uns schließlich Lieben und wir stehen in diesem Fall auf freie Liebe.

Gestern als wir für unser Gänse-Dinner gekocht haben, fiel uns auf, wie süß und zuckrig plötzlich viele Produkte schmeckten. Das mag wohl daran liegen, dass wir nahezu einen Monat keinen Zucker gegessen haben, sondern nur frisches Gemüse und etwas Obst zu uns genommen haben. Außerdem haben wir festgestellt, dass wir in der Challenge-Zeit viele neue Gemüsesorten, besonders viel Wurzelgemüse für uns entdeckt haben. Das war auf jeden Fall ein sehr positiver Effekt der Challenge.

Wir können definitiv nur raten, sich vor der Challenge umfangreich zu informieren, direkt vor der Challenge bereits auch einige Rezepte rauszusuchen, um so gerade in Zeitnot nicht in die Verlegenheit zu kommen „sich schnell mal was zu holen“, was nicht Paleo entspricht. Einige entsorgen vor der Challenge alle nicht genehmigten Produkte aus der Küche. Wer glaubt hier nicht so viel Disziplin zu haben, über die Linsen und Nudeln im Schrank einen Monat lang hinweg zu gucken, sollte sie natürlich dann lieber spenden, bevor er rigoros alles wegschmeißt. Wir hatten da keinerlei Probleme und so warten jetzt fünf verschiedene Linsensorten wieder auf ihren nächsten Einsatz.

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