Sonntagsgericht: Asiatisches aus dem Buch Chicken & Rice von Shu Han Lee

Ein neues Buch, ein neuer Sonntag und in der Küche wird wieder gebrutzelt. Dieses Mal im wahrsten Sinne, denn es gibt unter anderem frittierte Eier aus dem Kochbuch Chicken & Rice von Shu Han Lee. Das Buch ist im Dumont Verlag erschienen und ich habe es mir nicht direkt selber ausgesucht. Vielmehr gibt es die Sendung Literaturagenten vom Radio Eins, bei denen Bücher in Berlin und Brandenburg ausgesetzt werden. Findet man eines dieser Bücher und ruft zur gegebenen Uhrzeit mit dem Codewort an und berichtet über das Buch gibt es als Belohnung natürlich weitere Bücher. In einem dieser Pakete war eben auch Chicken & Rice dabei.

Das Buch ist erst mal vom Cover sehr ansprechend und hat den Untertitel „Frische und einfache Gerichte aus Südostasien“. Damit ist erst mal klar, worum es geht. Natürlich gibt es dem Titel entsprechend eine Menge Gerichte mit Hühnchen und Reis, aber generell ist alles dabei. Von Reis, Nudeln, über Suppen, Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten bis hin zu Eiern, Tofu, Gemüse und Snacks. Natürlich gibt’s zum Schluss auch einiges für den süßen Gaumen. Shu Han Lee ist selber in Singapur aufgewachsen, bevor es sie mit 18 nach London verschlagen hat. Und dort musste sie dann zum ersten Mal selber kochen, seit dem hat es sie nicht mehr losgelassen und will nun die Inspiration weitergeben.

Und weil Südostasien groß ist, gibt es eine Karte mit einer groben Übersicht welche Region für welche kulinarischen Highlights bekannt ist. Das ist auf jeden Fall ganz hilfreich. Ein Freund, der aus Malaysia ist und auch in Singapur gelebt hat, hat mir einige Gerichte, sogenannte Klassiker, genannt und die finden sich alle in diesem Buch. Einen guten ersten Eindruck der verschiedensten Länderküchen kann man sich also ganz gut machen. Praktisch, dass bei jeden Gericht steht aus welcher Region es kommt.

Die Fotos sind sehr ansprechend, aber schon beim Lesen merkt man, dass einfach nicht gleich einfach ist. Und das sage ich, die recht viel und vor allem auch schon oft asiatisch gekocht hat. Es mag einfach für Personen sein, die schon oft in Asien waren, die gerne asiatisch kochen und deren Vorratsschrank auch mehr als nur die klassische Sojasauce aufweist. Für alle anderen ist es wohl eher kein geeignetes Buch. Zum einen braucht man wirklich oft enorm besondere Zutaten wie fermentierte Garnelenpaste, chinesischen Essig, Tamarindenmus, Ketjap Manis und so weiter. Die meisten Zutaten bekommt man wohl auch in einem gut sortierten Asiamarkt, aber es bedarf auf jeden Fall ein bisschen Planung. Zum anderen gibt es manche Techniken und Küchenutensilien, die nicht jeder besitzt. Ich wollte eigentlich am liebsten Reis im Tontopf mit Wildpilzen machen, da es super köstlich aussieht, jedoch muss ich mir erst mal so einen Tontopf zulegen.

Von meinen dann gewählten zwei Gerichten war der kalt angemachte Tofu wirklich super einfach und auch köstlich. Die Schwiegersohn-Eier brauchten da schon ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Und weil die eben bei vielen Gerichten essentiell ist, gibt es ein Kapitel, das Vorratsschrank heißt und die häufigsten Saucen und Dips erklärt. Auch praktisch: Das Buch hat Menüvorschläge, wenn es mal etwas aufwendiger werden soll zu verschiedenen Themen wie „Dinnerparty im Frühling“ oder „Wochenend-Brunch“. Und natürlich gibt es bei so einem Kochbuch auch ein Glossar, der die wichtigsten Zutaten erklärt.

Man muss zudem sagen, dass viele Gerichte nicht vegetarisch oder gar vegan sind, aber die Autorin oftmals als Tipp Alternativen anbietet. Ich habe mich beim Nachkochen erst mal an das Originalrezept gehalten, so dass die Schwiegersohn-Eier aufgrund der Fischsauce auch nicht vegetarisch sind. Ich werde sicher einiges aus dem Buch noch probieren, aber mit anderen Erwartungen an die weiteren Rezepte gehen und diese definitiv vorher studieren.

5 von 1 Bewertung
Schwiegersohn-Eier
Zubereitungszeit
45 Min.
 
Portionen: 6 Personen
Autor: Rebecca Hoffmann
Zutaten
  • 6 große Bio-Eier
  • Erdnussöl zum Frittieren
Für die Sauce
  • 1 EL Tamarindenmus
  • 3 EL Fischsauce
  • 5 EL heller Palmzucker oder hellbrauner Rohzucker
zum Servieren
  • gebratene Schalotten und Schalottenöl
  • 1 rote Chili, in streichholzdünne Streifen geschnitten
  • 1 Handvoll frischer Koriander
Anleitungen
  1. Für die Schalotten 100 g schälen, in dünne Scheiben schneiden und sanft mit den Fingern in kleine Ringe teilen. Erst trocken tupfen, dann mit dem Salz vermengen – so werden sie knuspriger. Mach das erst kurz vor dem Braten, sonst schwitzen die Zwiebelringe. Etwa 5 cm Öl bei mittlerer Temperatur im Wok oder in einem schweren Topf erhitzen. Wenn es nicht heiß genug ist, braten die Schalotten nicht richtig; wenn es zu heiß ist, brennen sie an. Teste die Temperatur, indem du ein Holzstäbchen ins Öl steckst – es sollten winzige Bläschen daran emporziehen. Die Schalotten ins heiße Öl geben. Sie sollten sanft brutzeln. Etwa 8-10 Minuten braten, bis die Kanten leicht angebräunt sind. Von nun an musst du aufpassen: Ab sofort ist der Schritt von wunderbar knusprigen Schalotten zu angebranntem Schlamassel ziemlich klein. Sobald etwas mehr als die Hälfte der Schalotten goldbraun ist, vom Herd nehmen und in der Resthitze des Öls bis zur perfekten Bräune weiterbrutzeln lassen. Wenn die Schalotten erst vom Herd genommen werden, wenn sie braun sind, sind sie am Schluss verbrannt. Abgießen – beim Abkühlen werden die gebratenen Schalotten knusprig. Das duftende, aromatische Öl nicht wegschütten! Darin können die Schalotten nach abkühlen aufbewahrt werden. 

  2. Zunächst perfekt harte Eier kochen: Zimmerwarme Eier nebeneinander in einen Topf legen und mit kaltem Wasser bedecken. Bei hoher Temperatur zum Kochen bringen. Sobald sie sprudelnd kochen, von der Herdplatte nehmen und mit Deckel exakt 6 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen. Das heiße Wasser abgießen und die Eier unter fließendem kalten Wasser kühlen, bis man sie anfassen kann. Das Eiweiß sollte fest, aber noch ziemlich mürbe sein, sei also vorsichtig beim Schälen. (Wirklich vorsichtig!)

  3. Etwa 5 cm Öl in einem Wok erhitzen. Die Eier trocken tupfen. Wenn das Öl aufgrund der Hitze schlieren zeigt, vorsichtig die Eier hineingleiten lassen. Anbraten, bis sie außen goldbraun sind, dann abgießen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. (Das dauert eine ganze Weile, das Öl muss schön heiß sein.)

  4. Für die süß-saue Sauce das Tamarindenmus 15 Minuten in 2 Esslöffel heißem Wasser einweichen, dann den Saft aus dem Fruchtfleisch herauskneten und -drücken, das Fruchtfleisch entsorgen. Tamarindenmus, Fischsauce und Zucker verrühren und köcheln lassen, bis sich alles ganz gut verbunden hat und leicht angedickt ist. Die Sauce sollte die Konsistenz von Ahornsirup haben und süß-säuerlich schmecken. Nach Belieben nachwürzen. 

  5. Zum Servieren die Eier halbieren und mit der Sauce übergießen. Mit Schalottenöl beträufeln und gebratene Schalotten, Chilifäden und grob zerrupfte Korianderblätter darübergeben. 

2 Comments

  1. Bin gar nicht so ein Kochbuch-Junkie, aber das reizt mich tatsächlich sehr. Velen Dank für diesen schönen Tipp!

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