Fraeuleinchen im Gespräch mit twohungrysistersontour über die jüdische Küche

Passend zu unserem orientalischen Monat fand vor einiger Zeit der Nosh Breakfast Market in der Markthalle Neun statt und ich habe das als schönen Anlass genommen um mich mit Daliah und Dinah von twohungrysistersontour zu treffen. Die beiden kenne ich natürlich, wie soll es anders sein, von verschiedenen Bloggerevents und da wir nicht nur die Liebe für gutes Essen teilen, sondern auch gerne darüber sprechen, möchte ich sie euch jetzt vorstellen. Daliah und Dinah sind mit der jüdischen Religion, aber nicht mit strengem Glauben oder gar kosheres Essen in Berlin aufgewachsen. Dennoch gab es bei ihnen zu den verschiedenen jüdischen Feiertagen viele kulinarische Besonderheiten, die für uns eher unbekannt sind. Denn die jüdische Küche ist sehr stark mit den jüdischen Festtagen verankert. Doch dazu gleich mehr.

Die Vielfalt der jüdischen Küche

Während wir uns für Bagels und Rugelach von Fine Bagels anstellten, Challa-French-Toast von Geist im Glas kauften und zu guter Letzt noch ein Pastrami Sandwich von Mogg und Shakshuka von Bone Berlin orderten und uns einen Platz suchten, haben wir uns über die jüdische Küche unterhalten. Bereits anhand dieser Gerichte wird klar, wie vielfältig die Küche ist und dass es nicht DIE jüdische Küche gibt. Wie mir ja auch schon in Tel Aviv erzählt wurde, gibt es nicht DIE israelische Küche und das Gleiche gilt wohl eben auch für die jüdische Küche. Einflüsse aus Osteuropa, dem Nahen Osten und auch Amerika haben die traditionelle Küche stark modernisiert. Lediglich an den Festtagen werden daher ganz spezielle Gerichte aufgetischt, wie sie schon immer serviert wurden und überall auf der Welt dann zu bekommen sind, da dies so größtenteils in der Tora vorgegeben ist. Um ein richtiges Interview zu führen, war es übrigens in der Markthalle eigentlich zu laut. Im Hintergrund tönte jüdische folkloristische Musik, lautes Klappern von Besteck und viele Kinder und Familien. Wer einen der Food-Märkte in der Markthalle Neun besucht, sollte auf jeden Fall früh kommen um nicht stundenlang anzustehen und dennoch viel Geduld mitbringen. Dass die jüdische Küche aber enorm viele Fans auch hier hat, wurde mit dem Nosh Breakfast Market eindeutig bewiesen. Lange Schlangen überall und längst konnten wir nicht in den Genuss aller Soezialitäten kommen, auch wenn so ein Food-Markt natürlich die beste Gelegenheit ist, um die verschiedensten Gerichte kennenzulernen. Wo aber gehen die twohungrysistersontour in Berlin eigentlich selber gerne essen, wenn sie sich nach jüdischer Küche sehnen und was essen sie am liebsten?

Jüdisch-israelische Küche in Berlin

Zuhause wurde natürlich auch oft jüdisch gekocht und Daliah lädt auch jetzt noch ab und an mit ihrem Freund zu einem Shabbat-Dinner ein. (Kann ich bitte das nächste Mal zu Gast sein?) Aber längst muss man in Berlin nicht mehr nur zu Hause kochen um in den Genuss von guter jüdischer Küche zu kommen. Daliah empfiehlt das Yafo in der Gormannstraße. Sie liebt die Stimmung, auch wenn das Essen dort nicht besonders ist. Wir waren auch schon da und ja das Essen schmeckt gut, aber noch mehr erinnert die Stimmung und Einrichtung wirklich an die Cafés in Tel Aviv. Dinah schwärmt derweil vom Kanaan, welches noch auf unserer Liste steht und Daliah und ich nehmen uns vor das gemeinsam mal zum Lunch zu testen. (Wann gehen wir hin?) Aber auch das Gordon, dass Daliah neulich für Foodvergnügen getestet hat, empfiehlt sie. Vor allem abends soll es eine gute Adresse sein und die Karte klingt wirklich toll. Der Berliner Ableger von Night Kitchen, ursprünglich aus Tel Aviv, serviert ebenfalls hervorragend jüdisch-israelische Küche, ohne es dabei zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Aber das sind nur einige wenige, da momentan in Berlin die israelische Küche boomt und wirklich nahezu jeden Monat ein neues Konzept mit jüdischer, israelischer oder orientalischer Küche aufmacht. Also einfach mal spazieren gehen und immer der Hummus-Nase nach den nächsten Imbiss oder das nächste Restaurant entdecken. 

Von Pessach und Matzen

Während wir übrigens gerade Ostern feiern, dann beginnt für die Juden Pessach. Das Fest zählt mit zu den wichtigsten der jüdischen Religion und wird auch das „Fest der ungesäuerten Brote“ genannt und erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. Das Fest dauert sieben Tage und während dieser Zeit darf nichts Gesäuertes gegessen werden. Je nachdem wie streng man den jüdischen Glauben lebt, besitzen einige sogar spezielles Pessach-Geschirr, dass nie mit Gesäuertem in Berührung kommt. Zu Pessach gibt es daher besonders viel Matze. Das sind Brotfladen, die aus einer der fünf Getreidearten Roggen, Weizen, Hafer, Gerste oder Dinkel ohne Backtriebmittel gefertigt werden. Die Herstellung von Matze erfolgt unter der Aufsicht eines Rabbiners. Matze kann vielseitig in der jüdischen Küche verwendet werden, aber Dinah und Daliah essen es am liebsten als Matzah Brei. Dieses Gericht erinnert die beiden sehr an Zuhause. Es ist ein Gericht, welches sehr beliebt an Pessach ist, aber kann auch an anderen Tagen gegessen werden. Ein bisschen erinnert es an French Toast oder Arme Ritter. Matze wird in kleine Stücke gebrochen, Milch eingeweicht und dann mit einer Eiermischung in der Pfanne gebraten. Matzah Brei kann dabei sowohl herzhaft als auch süß serviert werden, aber bei den twohungrysistersontour gab es das immer nur mit Salz und Pfeffer. Wir geben euch daher heute das Rezept für Matzah Brei mit. Wirklich im Handumdrehen gemacht und sehr lecker. Serviert werden kann dazu Schmand, Quark oder eben als süße Variante dann Honig oder Marmelade. Matze bekommt man in Berlin übrigens in jüdischen Supermärkten. Meine hab ich im Beth Café in der Tucholskystraße gekauft. Es hat ein bisschen Ähnlichkeit mit Knäckebrot und schmeckt dennoch anders.

Ich sage Danke für den tollen Sonntag Vormittag, am Ende kugelten wir uns aus der Markthalle und bekomme schon jetzt wieder beim Schreiben über all die jüdischen Köstlichkeiten Hunger. Ich hoffe, dass Daliah und Dinah mich mal zu einem Shabbat-Dinner einladen, da ich dieses bislang noch nicht kennenlernen konnte und bin gespannt welche Schmankerl serviert werden und wie die Stimmung bei diesem besonderen Dinner ist. In Israel reisen übrigens viele extra jede Woche dann zu ihren Eltern um das Shabbat-Dinner gemeinsam zu zelebrieren. Ein Hoch auf die jüdische Küche!

 

Matzah Brei
Vorbereitungszeit
10 Min.
Zubereitungszeit
10 Min.
Arbeitszeit
20 Min.
 
Portionen: 2 Personen
Autor: Rebecca Hoffmann
Zutaten
  • 3 Fladen Matzen (Roggen) (jüdische Brotfladen, gibt es in jüdischen Supermärkten)
  • 4 Eier
  • 60-80 ml Pflanzenmilch (oder andere Milch)
  • 1 EL Olivenöl (oder Butter)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
Anleitungen
  1. Die Matzen in Stücke brechen. Nicht zu fein. Anschließend in eine Schüssel geben und die Milch hinzufügen. So lange einweichen bis die Matze aufgeweicht, aber noch nicht matschig sind. 

  2. Eier mit Salz und Pfeffer in einer anderen Schüssel vermengen. 

  3. Eine Pfanne erhitzen. Das Olivenöl hinzugeben und bei mittlerer Hitze die eingeweichten Matzestücke anbraten bis sie leicht braun sind. Dann die Eimischung darüber geben und alles gut verrühren und das Ei stocken lassen. Nicht zu lange braten, es soll ja schön fluffig bleiben. 

  4. Den Matzah Brei auf zwei Teller verteilen und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Dazu kann man auch Schmand reichen. Am besten sofort servieren, bevor es kalt wird. 

  5. Tipp: Daliah und Dinah von twohungrysistersontour essen es immer herzhaft, aber auch als süße Variante ist dieses Gericht bekannt. Dann mit Honig und Marmelade servieren und Salz und Pfeffer natürlich weglassen.

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