Sonntagsgericht: Koreanisch mariniertes Brathuhn mit Rettichsalat

Bei unserem heutigen Sonntagsgericht gibt es ein Brathuhn* mit koreanisch inspirierter Marinade. Als Beilagen gibt es Kartoffeln und einen koreanischen Rettichsalat. Das Brathuhn ist dabei etwas Besonderes, denn es stammt von einem kleinen Hof aus der Lüneburger Heide. Genauer gesagt von Odefey & Töchter. Für die Gastro-Zeitung EssPress habe ich kürzlich ein Interview mit Lars Odefey geführt und dabei viel Wissenswertes über Landwirtschaft und Hühner gelernt. Und weil das so spannend war, will ich auf jeden Fall auch hier noch einen längeren Bericht über Lars‘ Unternehmen, das er erst vor gut einem Jahr gegründet hat, veröffentlichen, denn heute geht es natürlich um unser Sonntagsgericht. Aber ein bisschen müssen wir dennoch zu Lars‘ Weidehühnern erzählen. Auf seinem Hof in Uelzen leben 300 Weidehühner, die er je nach ca. 100 – 120 Tagen selbst auf dem Hof schlachtet. Im Vergleich dazu kurz: In der konventionellen Landwirtschaft wird nach 31 Tagen geschlachtet. Auch sind Lars‘ Weidehühner selbst im Winter draußen und bewegen sich viel. Dadurch sind sie nicht ganz so fett und gelegentlich sagen Leute, dass es etwas zähes Fleisch ist. Aber das kann ich nicht bestätigen. Gerade das Brustfleisch war auch nach der Zeit im Ofen noch sehr saftig und wirklich geschmacksintensiv. Trotz der sehr kräftigen koreanisch inspirierten Marinade, geht der Eigengeschmack vom Huhn nicht unter. Dazu die leichte Säure vom Rettichsalat und ein wirklich simples Gericht kann auch Gäste begeistern.

In Korea sind Chimaeks sehr populär. Das sind Imbissrestaurants, bei denen es Huhn mit Bier gibt. Chimaek bedeutet auf Deutsch nämlich schlicht: Huhn mit Bier. Auch in Berlin gibt es immer mehr Korean Fried Chicken Imbisse. Korean Fried Chicken gibt es im Unterschied zum Kimchi, das es bereits ja mehre tausend Jahre gibt, erst seit den 1970ern und ist aus der koreanischen Küche nicht mehr wegzudenken. Da frittieren ja immer so eine Sache ist, gibt es bei uns das klassische Brathuhn aus dem Ofen. Klar, knuspriger wäre es mit Panade und frittiert. Aber das wäre bei dem besonderen Huhn womöglich fast ein bisschen zu schade. Klassisch in der koreanischen Küche sind dabei auch immer Banchan, die kleinen Beilagen, die zu verschiedenen Gerichten serviert werden. Beim Huhn ist das oft ein Rettichsalat. Eine wirklich tolle Geschmackskombination, die auch diejenigen begeistern wird, die noch nicht so häufig koreanisch gegessen haben.

Lars‘ Konzept und der Geschmack des Weidehuhns zeigen einmal mehr, dass gute Qualität unabdingbar ist und gerade auch, wenn man nicht auf Fleisch verzichten will es umso wichtiger ist, wie das Huhn gezüchtet wurde. Wer ebenfalls in den Geschmack von diesen besonderen Weidehühnern kommen will, kann sie online einkaufen, Lars auf seinem Hof besuchen oder auch in Berlin bei Vom Einfachen das Gute einkaufen.

*Das Weidehuhn haben wir von Odefey & Töchter zum Testen bekommen.

 

5 von 1 Bewertung
Koreanisch mariniertes Brathuhn mit Rettichsalat
Vorbereitungszeit
30 Min.
Zubereitungszeit
2 Stdn.
Arbeitszeit
2 Stdn. 30 Min.
 
Portionen: 4 Personen
Autor: Rebecca Hoffmann
Zutaten
für das Brathuhn
  • 1 Bio-Huhn (ca. 1,5kg) z.B. von Odefey & Töchter
  • 4 EL Sojasauce
  • 4 EL Gochujang (koreanische Chilipaste, aus dem Asiashop)
  • 5-6 Knoblauchzehen
  • 2 EL Honig
  • 4 TL geröstetes Sesamöl
  • 2 Lauchstangen
  • 650 g Kartoffeln
  • ½ frischer Knoblauch
  • 120 ml Wasser
für den Rettichsalat
  • 600 g Daikon / weißer Rettich
  • 2 TL Salz
  • ½ Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Reisessig
  • 2 TL Gochugaru (koreanische Chiliflocken)
  • 3 TL Zucker
Anleitungen
  1. Zuerst die Marinade für das Brathuhn vorbereiten. Knoblauchzehen schälen und fein hacken. In einer kleinen Schüssel Sojasauce, Gochujang, gehackten Knoblauch, Honig und Sesamöl vermengen. Das Huhn waschen und trocken tupfen. Frischen Knoblauch und 1 Lauchstange grob zerkleinern und in das Huhn geben. Dann das Huhn mit der Hälfte der Marinade bestreichen. 

  2. Ofen auf 120°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln schälen und in dicke Scheiben schneiden. Die restliche Lauchstange waschen und ebenfalls in dicke Scheiben schneiden. In einem Bräter Kartoffeln und Lauch verteilen, Wasser angießen und das Brathuhn mit der Rückenseite nach oben in den Bräter setzen. Flügel gegebenenfalls mit Garn zusammenbinden. Bräter in den Ofen geben und für 45 Minuten braten. 

  3. Anschließend den Bräter aus dem Ofen nehmen, das Huhn wenden, so dass jetzt die Brustseite oben ist, erneut mit etwas Marinade bestreichen und für weitere 45 Minuten im Ofen braten. 

  4. Währenddessen den Rettichsalat zubereiten. Dazu den Rettich schälen und in feine Scheiben schneiden. Mit Salz in eine große Schüssel geben und den Rettich für 5 bis 10 Minuten entwässern. Anschließend das Wasser abgießen und den Rettich etwas ausdrücken. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und zum Rettich geben. Essig, Zucker und Chiliflocken dazu geben und alles gut vermengen. 

  5. Die restliche Marinade auf das Huhn geben und für 10 Minuten bei 200°C unter der Grillstufe knusprig braten. Anschließend aus dem Ofen nehmen und auf einen Teller geben. 

  6. Kartoffeln, Lauch und Sud in einen Topf geben und diesen bei starker Hitze einkochen lassen. Gegebenenfalls mit Honig und Sojasauce abschmecken. 

  7. Huhn auf eine Servierplatte geben, Kartoffeln und Lauch mit der Sauce dazu geben. Rettichsalat in eine Servierschüssel geben. Alles zusammen servieren. 

2 Comments

  1. Ihr koreanisch mariniertes Brathähnchen mit Rettichsalat ist so lecker. Ich kann 2 große Schüsseln haben.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.